2013-02-19 05:50:49

Wenig überraschend

Osnabrück (ots) - Die Vorwürfe gegen den Sicherheitsdienst, den Amazon ..
Die Vorwürfe gegen den Sicherheitsdienst, den Amazon angeblich zumSchutz, wahrscheinlich aber eher zur Kontrolle seiner Leiharbeiter eingesetzt hatte, waren wohl berechtigt, sonst hätte der Online-Händler die Zusammenarbeit nicht aufgekündigt.

Gleichwohl räumt dieser Schritt natürlich noch lange nicht die anderen Probleme aus dem Weg, derentwegen Amazon in der Kritik steht. Dabei sind die schlechten Arbeitsbedingungen vor allem ausländischer Leiharbeiter, die ein Fernsehteam der ARD jüngst bei Amazon dokumentiert hat, wenigüberraschend.

Nicht nur, weil Gewerkschaften schon lange auf die Missstände hinweisen. Sondern auch, weil der Marktführer ja irgendwo sparen muss, um trotz seiner Kampfpreise Gewinne einfahren zu können.

Die Not in ihren oft krisengeschüttelten Heimatländern wie Spanienund Rumänien macht ausländische Leih- und Zeitarbeiter zu den schwächsten Mitarbeitern in der Milliarden-Maschine Amazon. Droht daheim die Arbeitslosigkeit, steigt die Leidensfähigkeit ins Unermessliche.

Die Arbeiter werden genügsam und gefügig; sie sind, soauch der Name der ARD-Dokumentation, dem Arbeitgeber "ausgeliefert". Einen fairen Mindestlohn und klare Regeln zur Leiharbeit muss die Politik vorgeben. Doch wie so oft haben es auch die Kunden in der Hand, den Händler zum Umdenken zu bewegen, indem sie mal nicht bei Amazon bestellen.

Pressekontakt:Neue Osnabrücker Zeitung
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