2016-03-10 08:01:14

Rheinische Post: Kommentar: Einbruchsradar fängt keine Verbrecher

Der neue Einbruchsradar, mit dem die Landesregierung künftig noch aktueller über die Anzahl und die genauen Orte der Wohnungseinbrüche in NRW informieren will, ist ein
will, ist ein Marketing-Gag.

Die bloße Veröffentlichung dieser Informationen wird viel zur Verunsicherung der Bevölkerung beitragen. Aber sie wird keinen einzigen Einbruch verhindern. Wenn überhaupt, kann nur die Polizei mit dem schnellen Wissen über neue Einbruchs-Schwerpunkte etwas anfangen. Und die hat diese Erkenntnisse schon längst. Aber wassollen die Bürger damit anfangen? Sich bewaffnen? Oder ihre Häuser nicht mehr verlassen?

Oder - umgekehrt - das Weite suchen, weil in der Nachbarschaft häufiger eingebrochen wird? Das einzige, was Bürgerangesichts der dramatischen Entwicklung bei den NRW-Wohnungseinbrüchen tun können, ist die Verbesserung des passiven Einbruchsschutzes: Zusätzliche Schlösser, Alarmanlagen, Sperrriegel. Die Polizei berät. Den Rest muss die Polizei schon selbst erledigen. Dafür muss sie von überflüssigen Aufgaben entlastet werden, die unnötig Kräfte binden - wie zum Beispiel die Einführung eines wöchentlichen Einbruchsradars.

Pressekontakt:Rheinische Post
Redaktion Telefon: (0211) 505-2621

(agenturen, imedia)

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